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Wo ist der Sport am schönsten?
§2 Vereinszweck
Ja, wer kennt sie nicht, diese grausamen Wochenenden, an denen Vatter ma' nich' auf Maloche war und auch Mutter den ganzen Tag das Radio hat dudeln lassen, was kam uns da so alles entgegen am Samstag so kurz vor Sport und Musik auf WDR2 oder spätestens am Nachmittag des darauffolgenden Sonntages bei Omma aus dem Weltempfänger? War das nicht geradezu der letzte Dreck? Musik in deutscher Sprache, dazu mit Texten, daß die Milch sauer wird, teilweise auch noch falsch (Mamor, Steil und Eisen sind 3 und brechen daher) oder gesundheitlich höchst bedenklich (barfuß im Regen). Ein bißchen Frieden haben wir uns zwar alle gewünscht, aber doch bitte nicht so. Jetzt mal ganz ehrlich, lieber Schlagerfreund, war das nicht so? Doch zum Glück hat uns dann irgendwann die Erkenntnis eingeholt, daß es sich bei all diesen Empfindungen um nicht mehr als reinen Protest gegen unsere Eltern und alles dagewesene handelt. Die Musik ist eigentlich gar nicht so schlecht (vgl. zum Beispiel "Tränen lügen nicht"), abgesehen von so manchem Kirmesschlager, und die Aussage steht der englischen Musik um nichts nach (Barbie-girl???), übertrifft sie in der Regel sogar bei weitem. Vielleicht sollte hier mal angemerkt werden, daß es sich bei dem Schlager "Ich war noch niemals in New York" nicht um Werbung von TUI handelt, sondern um ein Lied mit durchaus ernstem Hintergrund, der heute aktueller ist, als je zuvor. Demzufolge lag nichts näher, als gegen unsere eigene pubertäre Dummheit anzugehen, diese Scharte auszuwetzen und zu verhindern, daß noch mehr junge Menschen diesen Fehler begehen, so wie wir es getan haben. Trag den Schlager im Herzen und hinaus in die Welt, auf das er ewig die Herzen aller Menschen erfülle!Um das Liedgut besser erhalten zu können und sich immer wieder aufs Neue im Klaren zu sein, wofür wir stehen, veranstaltet der Verein regelmäßige Fortbildungen für seine Mitglieder, um zum Beispiel den kulturhistorischen Hintergrund der einzelnen Lieder besser begreifen zu können und somit, ganz profan gesagt, zu kapieren, was der Autor uns mit seinem Werk sagen wollte. Außerdem ist hier noch zu bemerken, daß das Hören oder gar Einstehen für den Schlager gesellschaftlich etwa auf einer Stufe steht mit dem Einkauf bei Aldi oder dem Tragen von Tennissocken. Es ist also dem geneigten Schlagerfreund gar nicht so einfach, zu seiner Neigung zu stehen. Auch hier können die Schlagerfreunde helfen, da sie sich selbst auch im gewissen Sinne als eine Art Selbsthilfegruppe versteht, die das Coming-Out erleichtern soll und dieser Aufgabe auch hervorragend nachkommt. So finden zum Beispiel jeden Montag Gesprächskreise mit Betroffenen statt, um für die Ächtungen der kommenden Woche gerüst et zu sein. |
